Begleitung von schwer erkrankten Eltern und deren Familien - Schwere Last von kleinen Schultern nehmen

Eine schwere Erkrankung eines Familienmitglieds hat Auswirkungen auf das ganze System "Familie". Das Familienprojekt "Schwere Last von kleinen Schultern nehmen" richtet sich an Familien und deren Kinder (0 - 18 Jahre), die spüren, dass sie in dieser besonderen Lebenssituation begleitet werden möchten.

 

Die beiden Fachkräfte betreuen die Familien an den Kliniken Essen-Mitte zum Zeitpunkt der Ersterkrankung, während der Phase des Rezidivs (Wiederauftreten der Erkrankung), in der Phase des Versterbens und nach dem Versterben eines Elternteils.

 

 

 

mehr Informationen

Familienprojekt an den Kliniken Essen-Mitte

Schwere Last von kleinen Schultern nehmen 

 

Warum ein spezielles Projekt?

Das Projekt richtet sich an Familien an den Kliniken Essen-Mitte, um Eltern in den Phasen einer schweren Erkrankung, Unterstützung insbesondere für sich und ihre Kinder anzubieten.

 

 In der Projektarbeit werden vier Phasen unterschieden:

(1)  Ersterkrankung

(2)  Rezidiv

(3)  Finalphase

(4)  Nach dem Tod

 

Wenn ein Elternteil schwer erkrankt ist, stellt dies für die gesamte Familie eine völlig neue Herausforderung dar. So sind auch die Kinder dieser Belastungssituation ganz besonders ausgesetzt. Sie erfahren, dass die Menschen, die ihnen bisher Halt, Schutz und Sicherheit gaben, von Sorgen bedrückt sind und ihnen im Alltag nicht wie gewohnt zur Verfügung stehen. Der Alltag gerät "aus den Fugen", die gemeinsame Orientierung kann verloren gehen.

 

Wann ist eine Begleitung notwendig?

Die Sorgen, die Fragen, die Verunsicherungen der Eltern sowie Großeltern oder nahestehenden Bezugspersonen, sind vielfältig und berechtigt. Die Reaktionen von Kindern und Jugendlichen können sehr unterschiedlich sein. Es gibt deutliche Signale, wenn Beratung und Begleitung notwendig werden: Kinder können u.a. mit Rückzug, Anpassung, Verweigerung, Anhänglichkeit oder große Verunsicherung reagieren. Die beiden Fachkolleginnen an den Kliniken Essen-Mitte betreuen die Familien in den vier oben genannten Phasen, in denen sich ein Elternteil befinden kann.

 

 

Welche Formen der Unterstützung gibt es?

 

Elternkontakt

  • Auseinandersetzung mit der Verunsicherung
  • Stützung des elterlichen Kompetenzerlebens
  • Lösungsstrategien entwickeln
  • Klärung der Kommunikation über die Erkrankung (offen und ehrlich)

 

Familienkontakte

  • Unterstützung offener Kommunikation
  • Wahrnehmen der unterschiedlichen Verarbeitungsstrategien der einzelnen Familienmitglieder

 

Kinderkontakte

  • altersspezifische und entwicklungsabhängige Angebote, um eine eigene kognitive Orientierung zu ermöglichen
  • Klärung von Ängsten, Sorgen und Belastungen
  • eigene Bedürfnisse und eigene Gefühle wahrnehmen

 

Für die Familien gilt es, ein stützendes Miteinander gemeinsam zu stärken und weiter zu entwickeln. So gehört zu der Begleitung der Eltern und ihrer Kinder natürlich auch das soziale Umfeld. Wenn Eltern es wünschen, werden sowohl die Angehörigen, als auch Großeltern, Schulen und Kindergärten im Unterstützungsrahmen begleitet.

 

Angehörigenkontakte

 

Soziale Netzwerkarbeit (Schulen, Kindergärten, Jugendamt etc.)

 

Die Begleitung und Beratung findet:

  • auf der Station
  • im Familienzimmer
  • mobil,  in den Familien statt.

 

Das Angebot erstreckt sich über den Zeitraum einer einmaligen Beratung bis zu einer mehrmonatigen Begleitung.

 

Dieses Projekt wird von dem Verein MENSCHENMÖGLICHES e.V. unterstützt, der maßgeblich an der Förderung und dem Ausbau des Projekts beteiligt ist. Er übernimmt gemeinsam mit den Kliniken Essen-Mitte bisher alle Kosten.

Das Familienprojekt "Schwere Last von kleinen Schultern nehmen" ist ein wichtiger Baustein im gesamten Therapieverlauf, um die Familie zu entlasten und die Kinder in einer aktiven und bewussten Auseinandersetzung mit der Situation zu unterstützen.

 

Kontakt zu uns

Barbara Defren, Kirsten Becker

Kirsten Becker, Heilpädagogin

 

Barbara Defren, Dipl. Heilpädagogin