WAS BEDEUTET DIE DIAGNOSE MAGENKREBS

Jahr für Jahr erkranken bundesweit nahezu 16.000 Menschen an Magenkrebs, eine der weit verbreiteten Tumorerkrankungen insbesondere bei Männern. Das mittlere Erkrankungsalter der Patienten liegt bei knapp über 70 Jahre. Patienten können allerdings auch in jüngeren Jahren erkranken, wenn erbliche Risiken bestehen, in der Familie also eine Häufung bestimmter Tumorerkrankungen vorliegt. Die Heilungs- und  Überlebenschancen nehmen zu, je frühzeitiger die Erkrankung festgestellt und behandelt wird. Magenkrebs kann heute aber auch dann gut behandelt werden, wenn die Erkrankung erst im fortgeschrittenen Stadium diagnostiziert wird.

 

 

Welche Symptome weisen auf Magenkrebs hin?

Magenkrebs verursacht leider erst zu einem späten Zeitpunkt charakteristische Beschwerden. Warnsignale, die in jedem Fall einen Arztbesuch notwendig machen, sind anhaltende Übelkeit und Schmerzen im Oberbauch beim Essen oder auch bei leerem Magen. Auch eine Schluckstörung mit einem „Hängenbleiben“ fester Speisen sollte ärztlich abgeklärt werden. Die reduzierte Nahrungsaufnahme kann Gewichtsverlust und einen Verfall der körperlichen Kräfte nach sich ziehen. Zudem kann Magenkrebs durch unbemerkte sogenannte Sickerblutungen zu einer Blutarmut und damit zu allgemeiner Schwäche führen. In all diesen Situationen sollte der Hausarzt aufgesucht werden, der den Patienten dann in der Regel zu einer Magenspiegelung überweist, um zu klären, ob tatsächlich ein Magenkarzinom vorliegt.

Wie lässt sich Magenkrebs beseitigen?

Die komplette Entfernung des Magenkrebses bei einem operativer Eingriff ist unverändert der sicherste Weg, die Erkrankung dauerhaft zu besiegen. Wenn Magenkrebs sehr früh entdeckt wird (oberflächliche Tumoren), kann der Tumor über endoskopische Verfahren entfernt werden, ohne den Bauchraum zu eröffnen (endoskopische Resektion). Dies ist leider selten der Fall und somit ist meist die operative Entfernung die bestmögliche Behandlung, wenn ein Tumor lokal begrenzt ist. Diese erfolgt heute an den Kliniken Essen-Mitte häufig mit Techniken der minimal-invasiven Chirurgie („Schlüsselloch-Methode“). Kein großer Bauchschnitt, schnelle Heilung und weniger Schmerzen sind nur einige der vielen Pluspunkte. Unterstützt wird die Operation durch moderne Narkoseverfahren und eine individuelle Schmerztherapie. Bei mehr als der Hälfte der Patienten mit lokalisiertem Magenkrebs wird die Diagnose leider erst dann gestellt, wenn der Tumor bereits durch die Magenwand gewachsen ist oder in umgebende Lymphknoten gestreut hat (lokal fortgeschrittene Tumoren). In diesen Fällen, empfehlen die Leitlinien eine kombinierte Behandlung aus Chemotherapie und Operation. Damit können heute weit mehr Patienten geheilt werden, als dies mit einer alleinigen Operation möglich wäre.

Wie wird die Behandlung eines Patienten festgelegt?

Entsprechend den Leitlinien muss die individuelle Therapie mit der höchsten Heilungschance für jeden einzelnen Patienten im Rahmen einer interdisziplinären Expertendiskussion, der sog. Tumorkonferenz vor Beginn der Behandlung festgelegt werden. Ärzte der Kliniken Essen-Mitte haben die Leitlinien zum Magenkrebs mitgestaltet und sind in besonderer Weise qualifiziert, eine solche Festlegung zu treffen und sie dem Patienten zu vermitteln. Sollte keine Heilung mehr möglich sein, können Patienten dank einer auf den Einzelnen individuell abgestimmten Chemotherapie, ggf. in Kombination mit einer sog. Antikörpertherapie, wertvolle Lebenszeit mit guter Lebensqualität gewinnen.